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Rückblick von Bruder Richard Maria Kuchenbuch


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Nach 500 Jahren "Pause" kamen erstmals wieder Mönche nach Memleben. Für eine Woche im August belebten die Brüder Melchior, Pascal, Marinus, Maximilian und Richard Maria das historische Kloster.
Ruinen und mächtige Fundamente sind Zeugen einer großen Vergangenheit. Sie lassen erahnen, welche Bedeutung die einstige Reichsabtei in Memleben besaß, die von Kaiser Otto II. 979 gestiftet wurde. Vor 1000 Jahren erklangen im ottonischen Kirchbau, der so groß angelegt war wie der damalige Kölner Dom, lateinische Choralgesänge der Benediktiner. Nach der Auflösung des Klosters im 16. Jahrhundert, zwischenzeitlicher landwirtschaftlicher Nutzung, ist an diesem Ort heute ein engagiert geführtes Museum mit moderner Pädagogik eingerichtet.

„Die Mönche sind zurück“ – so titelte die Mitteldeutsche Zeitung am 11. August in großen Lettern über die Rückkehr der Mönche. Nach 500 Jahren „Pause“ erklangen wieder Gesänge und Gebete der Benediktiner in Memleben. Für eine Woche im August belebte eine kleine Gruppe von Mönchen aus der Abtei Münsterschwarzach das Kloster erneut. Im Sinne des benediktinischen Leitgedankens „ora et labora – bete und arbeite" luden sie zu Gebet und Einkehr ein, zu Workshops über die benediktinische Lebensweise und Themen aus der Regel des hl. Benedikt. Mit Tinte und Feder setzten sie sich in die nachgebildete klösterliche Schreibstube und schrieben zusammen mit den Gästen die Benediktsregel ab. In der noch erhaltenen Krypta trafen sich die Mönche viermal am Tag zum Psalmengebet. Besucher und Gäste waren eingeladen, mit einzuschwingen in die Gesänge und so manch einer traute sich. Im Laufe der Tage ergaben sich zahlreiche Begegnungen mit Menschen, die das Kloster auf ihrer Urlaubslandkarte eingeplant hatten. Viele waren überrascht, an diesem historischen Ort (oft zum ersten Mal in ihrem Leben) echte Mönche zu sehen und nahmen die Möglichkeit zu Gespräch und Austausch gerne wahr. Es war erstaunlich, wie offen und interessiert die Leute sich zeigten und viele Fragen stellten, wie z.B. nach der Motivation, warum heute noch Menschen in den Orden eintreten. Es ergaben sich manche persönlichen Gespräche über Glauben und christliches Leben. Der Besuch von Vertretern aus Politik, Presse und Fernsehen bezeugte ein großes öffentliches Interesse an dieser Aktion.

Die Zusammenarbeit mit dem verantwortlichen Museumsteam, das Bürgermeister Götz Ulrich zusammengestellt hatte, war von Herzlichkeit geprägt. Mit großem Engagement präsentieren sie den Menschen die Geschichte klösterlichen Lebens auf lebendige Art und Weise. Der Besuch der Mönche bereicherte sie in der Vermittlung benediktinischer Inhalte und Spiritualität. Ein bemerkenswertes Angebot gibt es für Schulklassen, Familien und Jugendgruppen: einen halben Tag leben sie wie die mittelalterlichen Mönche im Kloster. Dazu bekommen sie ein Mönchsgewand, wählen sich auf mittelalterlichen Wachstafeln einen Abt als Vorsteher und führen kunsthandwerkliche Tätigkeiten aus.

Am Ende der Woche zeigten sich die Brüder Pascal, Richard Maria, Maximilian, Melchior und Marinus mit diesem Experiment zufrieden. In einer Region, wo lediglich 18% der Bevölkerung christlicher Konfession ist (davon 3% Katholiken), waren sie als Missionsbenediktiner mit vielen Menschen ins Gespräch gekommen. So manches Bild und Urteil über Mönche hat sich gewandelt, Einladungen zum Besuch in Münsterschwarzach wurden ausgesprochen. Es war für die Brüder ebenso eine wertvolle Bereicherung, den Ort und die Menschen kennenlernen zu dürfen. Jedes Jahr finden über 20.000 Besucher nach Memleben. Sie können dort entdecken, warum der Heilige Benedikt zum Patron Europas wurde. Deutsche und Europäische Identität sind maßgeblich durch das Christentum und benediktinisches Mönchtum geprägt worden. Als die Mönche für eine Woche zurückkehrten, durften die Menschen dies besonders lebendig erleben.

Zur Abtei Münsterschwarzach

Belebtes Kloster 2011 MZTV

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